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Faial

Ilha Azul, blaue Insel, wird Faial auch genannt. Ihren Beinamen verdankt sie den auch auf Flores weit verbreiteten Hortensienhecken, die den ganzen Sommer über in den schönsten Blautönen leuchten. Von allen Azoreninseln ist sie die vulkanisch aktivste. Als im Jahr 1958 der letzte größere Ausbruch des Capelinhos die Menschen in Angst und Schrecken versetzte, entstand neues Land, das die Insel um etwa 2,4 km² vergrößerte. Noch heute gleicht das schroffe, öde Gebiet einer Mondlandschaft, was ihm neben einigen Touristen auch den Beinamen "Fim do Mundo", also "Ende der Welt" einbrachte. Sehr sehenswert sind übrigens auch die Lavaröhren wie z.B. Furna das Anelares, die zum Teil weit unter der Erdoberfläche liegen und hier und da auch einen regelrechten unterirdischen Lavadom zu bieten haben. Aber Vorsicht, allein sollte man die Röhren aus Sicherheitsgründen nie betreten!

Horta ist die Hauptstadt von Faial und zugleich das politische Zentrum der Azoren. Vor Wind und Wetter geschützt im Südosten der Insel liegend war die Stadt schon immer Zwischenstation für Seefahrer und Flüge zwischen Europa und Amerika. Horta bietet einen absoluten Gegensatz zu den kleinen, schlichten Städtchen und Dörfern der Inseln. Kein Tag vergeht hier, an dem nicht das Leben in den engen Gassen pulsiert. Die großen Plätze der Stadt laden zum Sitzen und Schauen ein, die Rua Vasco da Gama zum Schwelgen in vergangenen Zeiten. Zum Beispiel hier findet man die alten Gebäude von Flug-, Versorgungs- und Transportgesellschaften, die schon zu Beginn der 20. Jahrhunderts Schiffe und Flugzeuge mit Proviant, Kohle und Treibstoff ausrüsteten. Liebevoll restauriert sind diese Häuser, die den für Horta so typischen Mix aus Kolonialstil, Art Deco und amerikanischer Architektur vereinen. Die Heilig-Geist-Kapelle der Straße besitzt eine einzigartige Kaiserkrone aus Walknochen. Eher eine Institution als ein Café ist das nahe gelegene Peter Café Sport. Hier gaben sich schon Walfänger und Piloten, Seeleute und Telegrafenbedienstete die Klinke in die Hand. Noch heute gilt das Café als Szenetreff für alle Segler, die in Horta anlegen. Und von denen gibt es eine ganze Menge.

Die Marina von Horta ist bei vielen Seglern bekannt und beliebt, weil man hier, auf halben Weg zwischen Europa und Amerika, noch einmal an Land gehen und Proviant oder Treibstoff auffüllen kann. Die alljährlich stattfindende Semana do Mar, die Woche des Meeres, lockt Landratten wie Segler in Scharen an die Kaimauern. Dort sollte man sich nicht wundern, dass auch die kleinste Fläche mit Bildern bedeckt ist: das Bemalen der Kaimauern ist ein weit verbreiteter Brauch und soll vor Unheil schützen.

Auch außerhalb von Horta hält Faial einige Überraschungen für seine Besucher bereit. Den Cabeço Gordo, zum Beispiel, den mit 1043 Metern höchsten Berg von Faial, der Wanderer mit seinem steil abfallenden Talkessel beeindruckt. Oder Almoxarife, den Badeort mit dem dunklen Sandstrand und dem wahrscheinlich schönsten Blick zum Pico, in dem man auch von den verfallenen Resten einer Festung aus ins angenehm warme Meer springen kann. Sehr sehenswert ist auch der ehemalige Thermalort Varadouro, der eingebettet in Obstgärten und Blumen an der Südwestküste von Faial liegt. Seit dem Erdbeben von 1998 ist das Thermalbad zerstört. Schwimmen kann man aber trotzdem noch in wunderschönen Naturschwimmbecken. Für Angler und Taucher ist Varadouro ebenso eine Verheißung wie Feteira. Hier im Süden der Insel sind die Gewässer besonders fischreich, die Höhlen besonders interessant, die Felsformationen besonders faszinierend.

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