Portalegre
Im Norden des Alentejo, wo es bergiger und rauer zugeht, findet man eine ganze Reihe kleiner Städtchen, die an der sogenannten "Burgenstraße" liegen. Eines von ihnen heißt Portalegre und soll stellvertretend für die anderen vorgestellt werden.
Portalegre ist etwa 15 Kilometer von der spanischen Grenze entfernt und seit Jahrhunderten für seine Holz- und Korkwirtschaft und seine Textilherstellung bekannt. Rund um das Städtchen findet man schönen alten Baumbestand, mehrheitlich Korkeichen, die den Kork für so manche Flasche Port liefern. Wenn es im März/April nur wenige Kilometer weiter nördlich noch kalt ist, verzaubern dort schon Orangen- und Zitronenbäume die Luft mit ihrem unverwechselbar betörenden Duft. Die fruchtbare Erde bringt hier gute Erträge, selbst Wein gedeiht gut. Die Quintas, Bauernhöfe der Gegend, nehmen gern Gäste auf, die abseits der Städte etwas Ruhe und Erholung suchen. Ein regelrechter Agrartourismus hat sich daraus in den letzten Jahren entwickelt.
In Portalegre fällt die Kathedrale schnell ins Auge. Überdimensioniert, viel zu groß, wirkt sie im Vergleich zur Größe der Stadt. Sie stammt noch aus dem 16. Jahrhundert, aus einer Zeit, in der Portalegre Bistum war und wichtig. Bemerkenswert sind vor allem die Hauptfassade und der Kreuzgang aus dem 18. Jahrhundert und der im Renaissancestil erbaute, dreischiffige Innenraum. Die schönsten und interessantesten Azulejos findet man übrigens nicht in der Kathedrale, sondern im Museu Municipal. Und wenn Sie dachten, gute Teppiche bekommen Sie im nächsten Türkei-Urlaub, sollten Sie sich mal die Manufactura de Tapecarias, die Gobelinmanufaktur, ansehen. Textilwerkstätten und -manufakturen blicken hier auf eine lange Tradition zurück.