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Reisebericht Portugal

Lissabon sehen und sterben, dieser schon sehr abgegriffene Satz trifft auf die Hauptstadt von Portugal immer noch zu. Für viele Menschen gilt Lissabon als die schönste Stadt der Welt. Denn Lisboa, wie die Stadt in der Landessprache genannt wird, ist eine Welt-Metropole voller Gegensätze – hier die moderne Neustadt rund um den Praca de Comercio mit schönen Straßencafés und schmucken Geschäften, dort die Altstadt Alfama mit verwinkelten, steilen Gassen, über denen noch die Wäscheleinen von Haus zu Haus gespannt sind.

Am besten nähert sich der Besucher der Stadt per Schiff auf dem Tejo-Fluss oder mit dem Auto über die Hängebrücke von Setubal. Als ich das erste Mal über die Brücke nach Lissabon fuhr, lag die Stadt glitzernd in der Morgensonne am Ufer des Tejo. Darüber die sieben Hügel, auf denen die Stadt gebaut ist. Ein traumhafter Anblick, der selbst einem erfahrenen Reisenden Tränen der Rührung entlocken kann.

Eine Autofahrt durch Lissabon ist nicht ganz einfach, weil die Portugiesen mit südländischer Begeisterung die Verkehrsregeln etwas legerer auslegen und der Verkehr in der Millionenstadt sehr dicht ist. Aber in der Stadt gibt es genügend günstige Parkhäuser oder es findet sich ein schneller Parkplatz in Hafennähe direkt hinter der Brücke. Mit dem Taxi oder noch besser mit der bunten Straßenbahn kommt man einfach und günstig von Stadtteil zu Stadtteil.

Portugal

Portugal ©iStockphoto/Leonid Andronov

Das prächtige Eingangstor nach Lissabon ist der Triumphbogen am Praca de Comercio. Dahinter zieht sich die Prachtstraße Rua Augusta schnurgerade durch die Neustadt, die 1755 nach einem verheerenden Erdbeben im Schachbrettmuster neu gebaut wurde.

Das richtige Leben zeigt sich dahinter auf dem Hauptplatz Rossio. Hier trefen sich Geschäftsleute und Studenten, Hausfrauen und Tagträumer zu einer Tasse Kaffee in den vielen Bars und Straßenlokalen. Ein turbulentes Stimmengewirr, das sich gegen den lauten Straßenlärm behaupten muss und eine urgemütliche Atmosphäre.

Ein Muss jeder Lissabon-Tour ist der Aufstieg durch die verwinkelten, dunklen Gassen der Alfama hoch zur Burg Castelo de Sao Jorge. Dieser Spaziergang beginnt bei der Kathedrale im romanischen Baustil, der Sé. Es geht von Gasse zu Gasse und Platz zu Platz immer höher hinauf, bis fast auf die höchste Stelle Lissabons. Unterwegs gilt es unbedingt eine Pause zu machen an der Miradouro de Santa Luzia. Diese kleine Gartenanlage bietet den schönsten Ausblick über die Dächer von Lissabon und vor allem über die Gassen der Alfama.

Den Aufstieg krönt das Castelo de Sao Jorge, eine riesige Burganlage mit Mauerteilen sogar aus westgotischer und maurischer Zeit sowie einer gotischen Halle, einem Überbleibsel des einstigen Königspalastes. Ein großer Teil des Burggeländes besteht aus blühenden Gärten und hübschen Spazierwegen. Von vielen dieser Wege und von den Burgtürmen hat der Besucher herrliche Ausblicke über die Stadt Lissabon. Und jeder Ausblick ist anders, zeigt eine andere Seite dieser glitzernden Metropole.

Lissabon bietet für jeden Besucher eine eigene Welt. Kunstfreunde könnten wochenlang in den großen Museen stöbern wie dem Museu Nacional de Arte Antiga (Nationalmuseum für alte Kunst) im Stadtteil Bairro Alto, dem Museo de Artiharia (Militärmuseum) in der Cidade Baixa, dem Museo Nacional de Arte Contemporanea (Museum der modernen Kunst) im Stadtteil Chiado oder dem Museu Calouste Gulbenkian an der Avenida de Berna. Lissabon besitzt unzählige wunderschöne kleine Kirchen, die in dem sehr eigenwilligen portugiesischen Baustil gestaltet sind. Riesige Gartenanlagen ziehen sich durch die Stadt und überall findet man schnell einen portugiesischen Gesprächspartner. Die Portugiesen sind überaus gastfreundlich, neugierig und freuen sich, wenn sie einem Besucher sehr wortreich den Weg zu den Sehenswürdigkeiten erklären können.

Sehenswert und vor allem hörenswert ist auch das Nachtleben in der Hauptstadt. Dann verwandeln sich viele Gaststätten und Cafés in Fado-Lokale. Der Fado ist die portugiesische Nationalmusik. Meist in Schwarz gekleidete Frauen oder Männer singen schwermütige Lieder vom Tod und der Endlichkeit, vom Leid der Welt und der Bürde des Schicksals. Eine sehr sentimentale und zutiefst portugiesische Musik, die der Besucher nicht immer versteht, die aber ergreifend ist.

Lissabon fesselt jeden Besucher bei Tag und Nacht. Doch irgendwann ist es Zeit zum Aufbruch. Hoffentlich wissen Sie nach so vielen schönen Erlebnissen noch, wo ihr Mietwagen steht – im Parkhaus oder doch am Hafen?

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