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Urlaub in Portugal

Portugal im Frühling, die immer noch ursprüngliche Ost-Algarve, das ist ein Erlebnis. Ich war schon etliche male da, zuerst im Jahr 1987, es was so interessant schon im Februar oder März im Frühling dort zu sein, so dass ich alle paar Jahre wiedergekommen bin.

Man kann mit dem Auto hinfahren (hab ich auch schon gemacht), aber das macht nicht so viel Sinn, besser man fliegt hin und holt sich direkt am Flughafen Faro einen Mietwagen. So kann man dann ausgeruht losfahren, wenn man nach 2 oder 3 Wochen den Kleinwagen wider abgibt, dann hat man insgesamt fürs Auto weniger ausgegeben, als wenn man mit dem eigenen Wagen unterwegs gewesen wäre.

Und was für ein Hotel sollte man gebucht haben? Möglichst keins, denn im Frühjahr (bis vor Ostern) ist alles noch frei und es ist nicht schwer, sich vor Ort eine nette kleine Pension zu suchen. Dann ist man frei, und fährt weiter, wenns einem danach ist. Adressen bekommt man heute im Internet oder man machts wie früher und kauft sich beim Alternativ Reiseführerverlag das Michael Müller Buch zur Algarve. Aber die Sprachkenntnisse? Na ja, das geht, ich kann auch kein Portugiesisch aber mit ein paar Begriffen und Zahlen kommt man schon hin. Die Leute sind nett und im ruhigen Frühjahr findet sich schnell ein Nachbar, der weiterhelfen kann. Wer nicht unbedingt sparen muß und es ganz nobel haben will, der nächtigt auf einer der vielen Poussadas, die an der Küste und auch im Hinterland liegen. Das sind eigentlich Unterkünfte für Geschäftsleute auf der Durchreise, angeblich darf man nur ein paar Tage bleiben. Man lebt dann immer in sehr noblen Ambiente, mit Kaminfeuer und Balkon und mit Möbeln, die aus dem Antiquariat zu kommen scheinen. Hier spricht man dann Englisch (und auch deutsch) und hat auch zum eher gehobenen internationalen Publikum Kontakt.

Portugal

Portugal ©iStockphoto/mariusz_prusaczyk

Von Faro aus fahre ich dann erst mal Richtung spanische Grenze. Hier gibt es zwei schöne Orte, die man sich ansehen sollte: Taviera und Olhão. Tavira hat einen sehr schönen Kirchplatz (mit Rosenmauer) und bemerkenswerten Blick über die Stadt herüber zur vorgelagerten Insel. Auch heute noch ist der Ort beschaulich und urtümlich, denn der Tourismus konzentriert sich auf den westlichen Teil der Algarve, weil auch dort die höheren Strandfelsen sind.

Olhão ist schon etwas geschäftiger, insbesondere morgens, wenn die Händler der Region zum Markt kommen; hier geht’s schon um 6 Uhr los und man kann sich die wortreichen Verhandlungen mal in Ruhe ansehen. Wenn man dann nachmittags zum Strand will, dann muss man sich in beiden Orten einer kleinen Bootstour anschließen, den der richtige Strand ist der Strand auf den vorgelagerten Inseln. Das ist zwar umständlich aber auch ganz schön, denn man hat dann in der Vorsaison den ganzen schönen weißen Sandstrand für sich allein. Schwimmen ist allerdings im Februar schon eine Herausforderung (18%); eine Freundin meinte zwar, dass es im August an der deutschen Nordsee auch nicht wärmer sei, aber man muss sich schon etwas überwinden, allerdings kann es im März schon mal Mittags 25-30 Grad warm werden, dann geht es noch mit dem Schwimmen.

Am nächsten Tag fährt man dann über Faro weiter Richtung Albufeira. Faro hat einiges Bemerkenswertes an Gebäuden zu bieten: z.B. die Banco de Portugal, ein sehr schönes Gebäude im regional typischen manuelinischem Baustil mit islamischen Elementen; für die ganze Region kann man häufig noch Elemente des maurisch-islamischen Einflusses finden. Wenn man die Vielfalt der Stadt kennen lernen will, kann man durchaus ein paar Tage bleiben. Aber auf der Strecke zum Haupttouristenort Albufeira gibt es noch eine Reihe weitere Abstechmöglichkeiten, die ich empfehlen kann.

Da wäre beispielsweise das etwas abseits der Küste liegende Loule: Zwar sind vom Castelo (eine ehemalige maurischen Burg) nur noch wenige Reste vorhanden, aber es gibt dort eine wunderbar altmodisches Heimatmuseum. Dann gibt es das Convento de Graca, ein mittelalterliche Kloster direkt beim Rathaus gelegen, interessant ist das schöne gotische Portal. Wenn man Glück hat, dann gibt es abends ein Jazzfestival im Innenhof des Klosters und man kann an der interessanten Bar sich interessiert das Geschehen betrachten. Schöne Azulejos (spezielle handgefertigte blaue Kachelbilder) aus dem 17. Jh. Findet man in einen kleinen Kapelle am Weg zum Castello. Azulejos kann man aber überall finden, diese hier sind aber etwas bemerkenswerter, nicht nur weil sie älter sind.

Auf der Weiterfahrt nach Albufeira gibt es weitere interessante Orte und Sehenswürdigkeiten, so dass es schwerfällt durchzufahren; aber man hat ja das Glück, dass man nicht einen bestimmten Punkt aufsuchen muss. „Der Weg ist das Ziel.“ sagte eine Freundin zu mir, als ich wieder angestrengt in den Plan schaute. Es wurde schon dunkel aber die nächste Poussada war nicht mehr weit.

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