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Weitere Sehenswürdigkeiten in Lissabon

Soll man das Wahrzeichen von Lissabon benennen, die Wahl fiele schwer. Häufig fällt in diesem Zusammenhang der Name Torre de Belém. Dabei handelt es sich um einen Turm im manuelinischen Stil im Stadtteil Belém, ganz in der Nähe des Mosteiro dos Jerónimos. Als eines von wenigen überstand das von 1515 bis 1521 errichtete Bauwerk das Erdbeben von Lissabon. Zur Zeit seiner Erbauung hatte der Turm hohe Symbolkraft.


Es war die Zeit der Seefahrer und Abenteurer, die Zeit des Handels mit weit entfernten Zivilisationen, die glorreiche Zeit der portugiesischen Seefahrt. Das letzte was die Männer sahen, wenn sie vom traditionellen Hafen Restelo in See stachen und das erste was sie sahen, wenn sie Lissabon wieder ansteuerten, war der Torre de Belém, ein Leuchtturm von ungewöhnlicher Architektur an der Mündung des Tejo. Seltsam einladend und abweisend zugleich wirkt der weiße Turm zwischen Land und Meer, der neben manuelinischen Elementen auch über maurische Ausgucke und durchbrochene Balkone, verspielte Türmchen und schildförmige Zinnen verfügt.

Heute beherbergt er ein Museum, wo vor wenigen Jahrhunderten noch Waffen lagerten und Gefangene qualvoll starben. Seit einigen Jahren ist es möglich, den Turm, der zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt, bei Ebbe trockenen Fußes zu erreichen. Dann kann man auch die Aussichtsplattform in 35 Metern Höhe besuchen und den wundervollen Blick auf Belém mit dem ehemaligen Königspalast und dem ebenfalls zum Weltkulturerbe zählenden Hieronymitenkloster genießen. Übrigens: ganz in der Nähe befindet sich auch das Denkmal der Entdeckungen, das allen Entdeckern, Eroberern, Künstlern und Geistlichen des Entdeckungszeitalters gewidmet ist – allen voran Heinrich dem Seefahrer.

Lissabon

Lissabon ©iStockphoto/Sean Pavone

Aber nicht nur der Torre de Belém ist ein Wahrzeichen Lissabons, auch Cámara Municipal, das prunkvolle Rathaus, der „Stadtpalast“ mit seinen marmornen Treppen und kostbaren Gemälden wird häufig so bezeichnet. Vielleicht sind aber auch die Römischen Galerien das Wahrzeichen Lissabons, schließlich repräsentieren sie wie kaum ein anderes Bauwerk die lange und wechselvolle Geschichte der Stadt. Möglicherweise sollte man sich das mit dem Wahrzeichen auch noch einmal überlegen, denn keine Einrichtung repräsentiert Lissabon so gut wie seine Kaffeehäuser. Betritt man sie, lässt man den Alltag hinter sich und schreitet in eine Welt aus Kaffee, Kuchen und Kultur. So manches Buch wurde schon in einem Kaffeehaus geschrieben, so mancher Gedanke diskutiert. Dieser ganz besondere Ort ist immer etwas nostalgisch, um nicht zu sagen altmodisch, aber durchaus charmant. Im Gegensatz zu anderen Wahrzeichen steht man jedoch nicht unbeteiligt davor. In dem Moment, in dem man es betritt, wird man ein Teil davon – und welches andere Wahrzeichen kann das schon von sich behaupten.


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