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Madeira in 3 Tagen. Diese Sehenswürdigkeiten sollten Sie gesehen haben

Madeira ist die Insel des ewigen Frühlings. Es gibt keinen Strand, aber dafür ist die Insel ein knallbunter Blumenkorb, der vom blitzblauen Atlantik umgeben ist. Für einen unvergesslichen Kurzurlaub ist Madeira bestens geeignet. In nur drei Tagen wird die Insel Sie in Ihren Bann ziehen!

3 Tage Madeira: Das gehört in den Koffer

Madeira ist vielfältig und das sollten Sie schon beim Kofferpacken berücksichtigen. Selbst wenn Sie nur für drei Tage auf den kleinen Archipel fliegen, sie werden fast rund um die Uhr etwas erleben. Bademöglichkeiten gibt es auch ohne Strände überall. Daher gehören Badesachen in jedem Fall in den Koffer. Schon beim Landeanflug erhebt sich der 600 Meter hohe Adlerfelsen (Penha d`Äguia) in den Himmel. Da bekommt man gleich Lust aufs Wandern. Packen Sie Ihre Wandersachen ein, denn Madeiras Bergwelt ist einzigartig. Auf den Bergen weht ein kühler Wind, also denken Sie auch an eine Wind- oder Wolljacke. Was sonst noch in den Koffer gehört? Schwindelfreiheit für die Fahrt in den legendären Korbschlitten und eine Taschenlampe.

Im Reid´s übernachten bleibt vielleicht ein Traum! Aber Sie müssen es gesehen haben!

Das Reid´s ist nicht nur das schönste Hotel der Insel und das wichtigste Hotel Portugals, es ist auch eines der besten Hotels der Welt. Wenn Ihr Geldbeutel es zulässt, dann verbringen Sie Ihre drei freien Tage hier. Es gibt natürlich auch schöne und erstklassige Hotels, die preiswerter sind. Allerdings ist der Besuch des Reid´s ein Muss. Vielleicht haben Sie ja Lust auf den 5-Uhr-Tee.

Das Reid´s wurde 1890 von den gleichnamigen Brüdern eröffnet. Es vermittelt bis heute den edlen britischen Stil. Zwar muss der Gast nicht mehr im Smoking erscheinen, aber eine angemessene Kleidung ist schon Pflicht. Nicht nur das Ambiente, sondern auch die Lage, machen das Hotel so einmalig. Es ist einfach ein Symbol und liegt an der schönsten Stelle von Funchal: hoch oben auf dem Felsen „Salto do Cavalo“, was übersetzt so viel heißt wie Pferdesprung. Der Bau war im Jahre 1887 eine echte Herausforderung und es galt von Anfang an ein Exempel zu statuieren. Es war auch ein Kampf gegen die Natur. Der erste Pool mit Meerblick wurde gebaut. An den Felsen entstand sogar ein Aufzug, der zum Meer hinunter führte. Die umliegenden Flächen wurden mit den wertvollsten exotischen Pflanzen begrünt. Bis heute ist das Reid´s etwas ganz besonderes geblieben.

Tag 1: Es geht hinauf in die Berge

Schon am ersten Tag werden Sie merken, dass es auf Madeira überall hinauf geht. Die Berge sind allgegenwärtig und dahinter verbergen sich einladende Orte, schöne Sehenswürdigkeiten und ein einzigartiger Panoramablick über den Atlantik. Sobald Sie das Ufer verlassen steigen die Straßen fast senkrecht in die Berge hinauf. Die erste Etappe führt von der Hauptstadt Funchal nach Monte hinauf, dem alten Villenvorort der Inselhauptstadt. Die Haarnadelkurven sind für jeden Autofahrer eine echte Herausforderung. In Monte angekommen tritt nun auch die Jacke ihren Dienst an. Nach nur einer Fahrtzeit von 30 Minuten legen Sie 500 Meter Höhenunterschied zurück und der beeinflusst auch die Temperatur. Während Sie eben noch bei 25 ° C die Sonne in Funchal genossen haben, weht Ihnen jetzt bei nur 18 ° C ein kühler Wind entgegen. Ihre erste Sehenswürdigkeit für heute liegt noch versteckt hinter sanften Nebelschwaden: Die Wallfahrtskirche „Nossa Senhora do Monte“. Gewaltig ist die steile Freitreppe, die sie zunächst passieren müssen. Die Kirche ist ein Ziel vieler Wallfahrer, denn die Madonna am Hauptaltar soll schon Wunder verbracht haben. Sehenswert ist auch die Seitenkapelle. Hier liegt Karl I. , der letzte österreich-ungarische Kaiser beerdigt, der 1922 nach einer Lungenentzündung auf Madeira verstarb. Die Einheimischen erzählen die Geschichte des Kaisers so: Er starb an den Folgen des nasskalten Winterklimas im Bergort Monte, weil er kein Geld für eine Villa im sonnigen Funchal hatte.

Auf der anderen Seite der Kirche liegen wunderschöne Wanderwege, die vorbei an Palmen, riesigen Farnen und exotischen Bäumen führen. Hier hinter liegt die nächste Sehenswürdigkeit: „Jardims Do Monte Palace“, eine der prächtigsten Gartenanlagen der Insel. Errichtet wurde sie von dem Südafrikaner Joao Berardo auf dem Gelände eines ehemaligen Hotels. Die Wege sind gepflegt und über kleine Treppen und Brücken spaziert man vorbei an Orchideen und Azaleen. Schwäne gleiten über die kleinen Wasserflächen, die von japanischen Torbögen und nordafrikanischen Kacheln umgeben sind.

Es ist Zeit für eine Pause. Ideal ist der Aussichtspunkt „Jardim“. Es gibt schöne Picknick-Plätze zwischen Brunnen und Promenade. Gut gestärkt sind Sie bereit für den Höhepunkt des Tages:

Mit dem „Carro de Cesto“ geht es ins Tal hinunter

Eine Fahrt mit dem Korbschlitten „Carro de Cesto“ ist ein Muss für jeden Madeira-Besucher. Gleich oben am Park warten die weißgekleideten Männer mit Ihren Strohhüten darauf, dass Sie sich für eine Fahrt in diesen überdimensionalen Körben entscheiden. Der Schlitten fährt fast nie schneller als 12 Kilometer pro Stunde, aber die Fahrt ist trotzdem rasant. Es geht gleich steil hinunter. Zunächst kommt der Schlitten nur sanft ins Rollen und die beiden Fahrer haben Mühe ihn anzudrücken. Rollt er einmal springen die Fahrer blitzschnell auf und schnappen sich den weißen Strick, um den Schlitten zu steuern und zu bremsen. Während der Fahrt schlagen die Kufen sogar Funken und sie rattern förmlich über den Asphalt. Zwei Kilometer ist die Abfahrt lang, aber sie vergeht wie im Fluge, und schon erreicht man nach einem ereignisreichen Tag wieder das Tal.

In Funchal gibt es zahlreiche gute Restaurants. Jetzt sollten Sie den berühmten Degenfisch probieren. Eine Spezialität auf Madeira. Er ist pechschwarz und schuppenlos, aber sein Fleisch ist zart und weiß.

Madeira

Madeira ©iStockphoto/Rudi_Lange

Tag 2: Die Küstenstraße entlang

Die Insel ist nur 57 Kilometer lang und 22 Kilometer breit. In einem Tag kann man Sie bequem mit dem Mietwagen umrunden. Die meiste Zeit benötigen Sie auf der südlichen Küstenstraße. Die Haarnadelkurven sind selbst für geübte Autofahrer eine Herausforderung. Hat man einmal einen Laster vor der Nase, dann wird es schwer mit dem Überholen. Dafür können Sie aber bei einer langsamen Fahrt die atemberaubenden Felsmassive entlang der Küste genießen. Sie fahren zwischen Feldern, kleinen Wiesenflächen und Weingärten und haben doch immer den blauen Atlantik und die Felsabstürze im Blick. Malerisch und idyllisch liegen die kleinen Dörfer am Rande der Serpentinen. Kehren Sie ein in einem der urigen Dorfgasthöfe und genießen Sie einen inseltypischen Wein.
Während Ihrer Fahrt werden Ihnen immer wieder Schilder mit der Aufschrift „pico“ für Gipfel und „miradouro“ für Aussichtpunkt begegnen. Wo Sie am Ende Halt machen bleibt Ihnen überlassen, denn jeder Aussichtspunkt ist auf seine Art schön. Ein Pflichtstopp ist jedoch der „Cabo Girao“. Er ist auf den ersten Blick nur ein Aussichtpunkt mit einer kleinen Plattform. Aber beim zweiten Hinsehen wird klar, warum Sie hier Halt machen sollten. Unter der Plattform geht es sage und schreiben 580 Meter steil und senkrecht hinunter. Wenn Sie nach unten blicken sehen Sie einen herrlichen weißen Sandstrand, der aber für Besucher wohl nur vom Meer aus erreichbar ist. Jetzt wissen Sie, warum hier die zweitgrößte Steilküste der Welt liegt. Nur in Norwegen gibt es eine größere. Obwohl das Geländer am Rand des Plateaus fest verankert ist, hat man das Gefühl zu schwanken. Der „Cabo Girao“ ist nichts für Urlauber mit Höhenangst!
Wenn Sie es sich trauen, dann blicken Sie einmal auf halbe Höhe hinunter. Dort gibt es eine Art bepflanzte Terrasse mit Bananen und Tomaten. Da wird der Bauer schnell zum Akrobat, denn zum Ernten wird ein mit Seil befestigter und gelenkter Korb benötigt.

Weiter geht es zur menschenleeren Gebirgsebene „Paul Da Serra“. Es ist wirklich eine Ebene, denn für einen Moment sind die steilen Abhänge fern. Diese Ebene war ursprünglich für den Flughafen von Madeira gedacht. Doch diese Pläne machten Luftfahrtexperten schnell zu Nichte. Täglicher Nebel und stürmische Winde hätten wohl selten ein Flugzeug landen lassen.

Der letzte Ort bei der heutigen Küstenrundfahrt ist Santa. Sie werden Santa am Abend erreichen und das hat einen guten Grund: Kein anderer Ort der Insel bietet so einen unvergesslichen Blick auf das Meer mit der untergehenden Sonne. Santa liegt im äußersten Westen der Insel. Hier oben wirft die Sonne so ein helles und fast durchdringendes Licht, dass es in Europa so nirgendwo gibt. Malerisch ist auch die Kirche von Santa mit ihren alten Bäumen rund um den Kirchenvorplatz.

Wenn Ihre Kraft noch reicht, dann wandern Sie begleitet von der Abendsonne die winzigen mit Steinplatten gekennzeichneten Pfade hinunter. Hier erleben Sie Madeira in seiner Ursprünglichkeit. Zwischen dichten Hecken und weiten Feldern liegen verstreut ein paar Häuser. Am Ende des Pfades erreichen Sie „Ponta do Tristao“, die Spitze des Trübsal. Der Name passt, denn hier erleben Sie Ihren Kurztrip nach Madeira von seiner melancholischen Seite: Grasende Ziegen auf den Wiesen, die untergehende Sonne auf dem Atlantik und ein vollbepackter Esel, der sich begleitet von einer Bäuerin mühsam den Berg hinauf kämpft.

Tag 3: Entdecken Sie den Norden und die Hauptstadt von Madeira

Am dritten und letzten Tag geht es in den Norden der Insel. Auch hier wird die Fahrt über die Küstenstraße zu einem echten Erlebnis: Sie passieren einen unbeleuchteten Tunnel und plötzlich wird Ihr Wagen von einem donnernden Wasserfall überrollt, der sich an rohen und moosigen Felswänden herunterschlängelt. Das ist für die Insulaner immer ein lustiges Unterfangen, denn nur die Touristen kommen mit offenen Fenstern und Schiebedächern aus den Tunneln heraus. Oben auf den Bergen erleben Sie nun eine weitere Sehenswürdigkeit Madeiras:

Die Levadas

Bereits im 15. Jahrhundert wurden die ersten Levadas auf Madeira errichtet. Die Bewohner machten sich die Feuchtigkeit, die nicht durch Regen, sondern durch Nebel und Wasserdampf entsteht, zum Nutzen. Das Wasser, das im Lava- und Basaltgestein versickert, wurde gesammelt und über Kanäle (Levadas) zu den Zuckerrohplantagen im Süden der Insel geleitet. In der Neuzeit wurden die Kanäle modernisiert und mit vielen Bauprojekten entstanden auch Wasserkraftwerke mit Stromversorgung.

Die Levadas wurden mit dem Aufkommen des Tourismus dann zweckentfremdet. Viele Touristen wollten die Bergwelt Madeiras zu Fuß entdecken. Allerdings waren die steilen und unzugänglichen Abhänge dazu weniger geeignet. Also errichtete man Wanderwege entlang der Begrenzungsmauern der Kanäle. Diese gehören heute zu den größten Attraktionen Madeiras. Alle Wanderwege sind ausgeschildert und man bekommt Levadas-Wanderguides in allen Sprachen zu kaufen.

Auch wenn Sie kein wirklicher Wanderfreund sind, gehört eine Levadas-Wanderung zum Pflichtprogramm Ihres Inselurlaubes. Bevor Sie starten sollten Sie eine wetterfeste Jacke, wasserdichtes Schuhwerk und eine Taschenlampe mitnehmen. Die Wege sind atemberaubend. Sie wandern meist entlang einer Bergflanke und an einer Seite geht es einige hundert Meter steil hinunter. Dann geht es weiter durch tropfende und feuchte Tunnel und dahinter erstreckt sich das nächste schöne Bergpanorama.

Porto Santo und Funchal

Den Rest des Tages sollten Sie unbedingt in der Inselhauptstadt verbringen. Garantiert verfügt Ihr Hotel über einen Pool und darin können Sie am Mittag bestens entspannen. Tipp: Wenn Sie jetzt noch für ein paar Stunden den Strand genießen möchten, dann nichts wie hin zum Flughafen von Funchal. Hier startet mehrmals am Tag eine Propellermaschine zur Nachbarinsel Porto Santo. Hier warten wüstenhafte Hügel und ein kilometerlanger und feinkörniger Sandstrand. Es gibt nur wenige Hotels auf Porto Santo und entsprechend leer sind die Strände.

Am Abend wartet Funchal auf Sie. Wenn Sie noch ein Mitbringsel für die Daheimgebliebenen suchen, dann statten Sie dem Bauernmarkt „Mercado dos Lavradores“ einen Besuch ab. Der hat bis 20 Uhr geöffnet und hier finden Sie typische Inselsouvenirs, wie Korbwaren und einheimische Delikatessen.
Weiter geht es zu „Quinta Vigia“, einem der schönsten Herrenhäuser der Insel. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist Heimat des Präsidenten der Regionalregierung von Madeira. Das Haus ist für Besucher leider nicht zugänglich. Aber der angrenzende Garten „Jardim de Santa Catarina“ kann betreten werden. Er besticht nicht nur durch wunderschön anzusehen Blumen und Pflanzen, sondern auch durch die kleine weiße Kapelle „Capela de Santa Catarina“. Sie ist die älteste Kapelle der Insel. Von Garten hat man übrigens einen ganz tollen Blick auf den Hafen. Hier tummeln sich das ganze Jahr über viele Kreuzfahrtschiffe.

Der letzte Abend in Funchal

Am Abend geht es in Funchal, so wie überall auf der Insel, ganz beschaulich zu. Viele Hotels bieten verschiedene Abendprogramme an. Es ist durchaus üblich, dass die Gäste den ganzen Abend in Ihren Hotels verweilen. Gute Restaurants finden Sie überall in der Inselhauptstadt. Aber Vorsicht: Gerade in der Altstadt in der „Zona Velha“ warten viele „Catcher“ und versuchen Sie in das Restaurant zu locken. Ein Tipp: Die Restaurants zwischen der „Rua D. Carlos I.“ und „Largo do Corpo Santo“ sind typische Touristenrestaurants. Nicht selten sind die Gerichte hier überteuert. Es ist somit lohnenswert in die Seitenstraßen der Altstadt auszuweichen. Traditionelle und anspruchsvolle Inselrestaurants finden Sie in der „Rua Santa Maria“. Den letzten Abend auf der Insel sollten Sie im Café do Teatro ausklingen lassen. Das Café hat eher den Flair einer Bar und ist ein echter Szenetreff. Es ist bis weit nach Mitternacht geöffnet.