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Geschichte Portugals

Die Geschichte Portugals beginnt bereits vor mehr als 2000 Jahren vor Christus: die Iberer und Phönizier siedelten in diesem Gebiet genauso wie später auch die Kelten und Römer. Etwa 60 nach Christus begann die langsame Ausbreitung des Christentums unter römischer Herrschaft. In der Zeit der Völkerwanderungen bis etwa zum 5. Jahrhundert stießen auch Vandalen, Sueben und Westgoten zu den bereits bestehenden Siedlungen und gründeten eigene Staaten. Die Wende kam im 8. Jahrhundert mit der Eroberung Portugals durch die Mauren, die neben ihrer Kultur und Sprache auch zahlreiche bauliche Andenken hinterließen.


Bis zum 15. Jahrhundert, während der Reconquista, eroberten christliche Heere die Iberische Halbinsel zurück. Diese Heere bekämpften sich jedoch auch gegenseitig, bis sich schließlich im 12. Jahrhundert drei Mächte als die Stärksten unter ihnen behaupten konnten: Kastilien, Aragon und Porto. Das Jahr 1139 gilt als das Gründungsjahr des Königreiches Portugal, Afonso I. als sein erster König. Am westlichen Ende Europas gelegen begann Portugal ab dem 14. Jahrhundert, Expeditionen zu entsenden und die Weltmeere zu bereisen. Was folgte, war eine einmalige Entdeckerepoche: vor allem Vasco da Gama trug mit der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung und der Entdeckung des Seewegs nach Indien dazu bei, dass Portugal bis zum 16. Jahrhundert zu einer der wichtigsten Handelsnationen der damaligen Welt aufstieg. Den Anschluss an die Führung auf den Weltmeeren verlor das Königreich im 17. Jahrhundert jedoch wieder, als es sich mangels eines Thronfolgers dem spanischen Königshaus anschließen musste, das den ehemaligen Konkurrenten natürlich die Eigenständigkeit raubte. Als wäre der wirtschaftliche und politische Abstieg nicht schon schlimm genug gewesen zerstörte das große Erdbeben von Lissabon 1755 die Hauptstadt und weite Teile des Landes vollständig.

Geschichte Portugals

Geschichte Portugals ©iStockphoto/Achim Prill

Da die Dörfer und Städte im Land erst wieder aufgebaut werden mussten, konnte Portugal auch die Separationsbemühungen seiner Kolonie Brasilien 1822 nicht unterbinden und musste sie in die Eigenständigkeit entlassen. Trotz allem war Portugal aber immer noch eine Kolonialmacht mit Kolonien in Afrika und im südasiatischen Raum. Die Kolonien konnten die sich immer weiter verschlechternde wirtschaftliche Situation jedoch nicht aufbessern, der wirtschaftlichen Krise folgte 1908 eine politische: in diesem Jahr fand ein Attentat auf den König statt, 1910 folgte eine Revolution. Das erste Mal in der Geschichte Portugals wurde die Republik Portugal ausgerufen. Ständig wechselnde Regierungen und häufige Neuwahlen bildeten jedoch den Nährboden für den Militärputsch, der 1926 von General da Costa durchgeführt wurde.

Im Jahr 1932 verschärfte sich die Situation für die Portugiesen als António de Oliveira Salazar die Estado Novo, ein ständisch-autoritäres Regime, errichtete. Innenpolitisch beruhigte sich die Lage, sein Führungsstil wurde jedoch häufig mit dem Francos im benachbarten Spanien verglichen. Während des Zweiten Weltkrieges blieb Portugal neutral, die Wirtschaft erholte sich. Mit dem Tod Salazars endete auch die Estado Novo. Sein Nachfolger konnte die Stimmen, die laut nach Freiheit und Demokratie riefen, nicht beruhigen. Mit einem linken Militärputsch begann 1974 die Nelkenrevolution, die das Ende der Diktatur und den Beginn einer echten Demokratie einleitete.


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