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Klöster und Kirchen in Lissabon

Nicht nur in den kleinen Dörfern und Städtchen Zentralportugals findet man beeindruckende Zeugnisse des Glaubens. Sakrale Bauten schmücken auch die portugiesische Hauptstadt und sind immer einen Abstecher wert. Das Hieronymus-Kloster (Mosteiro dos Jerónimos) im Stadtteil Belém gilt beispielsweise als der wichtigste Bau der manuelinischen Epoche und steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Erbaut im 16. Jahrhundert ist es eines der wenigen Bauwerke, die das Erdbeben von 1755 relativ unbeschadet überstanden. Nautische Motive schmücken Decken und Wände des Klosters, das auch die letzte Ruhestätte des Seefahrers Vasco da Gama ist. Ebenfalls manuelinisch ausgestaltet ist das ursprünglich romanische Kloster São Vicente de Fora.


Hauptkirche und zugleich älteste Kirche der Stadt ist die ab 1147 erbaute Catedral Sé Patriarcal. Zweimal wurde sie durch Erdbeben beschädigt, so dass sie die unterschiedlichsten Baustile vereinigt: romanisch ist die westliche Fassade, Innenraum und Chor sind gotisch, zeitweise kamen zur barocken Ausmalung auch barocke Spitzen für die Türme hinzu, romanische Elemente finden sich im Kreuzgang.

Bekannter als die altehrwürdige Kathedrale ist jedoch die Igreja do Carmo – oder besser das, was von ihr übrig ist. Die ehemals im Stil der Gotik als Karmeliter-Kirche erbaute do Carmo wurde während des großen Erdbebens zerstört, ihre Ruinen mahnen noch heute an das große Unglück, das damals über die Stadt kam. Aber auch ihre Ruinen verraten in beeindruckender Weise noch viel über die Größe und Pracht der ehemaligen Klosterkirche. Gegenüber des Kastells gelegen gilt sie als eines der Wahrzeichen der Stadt. Den besten Blick auf sie erhascht man vom Rossio im Baixa-Viertel aus. Übrigens: sehr sehenswert ist das Carmo-Museum, das archäologische Leckerbissen aus allen Epochen bietet. Im Sommer wird do Carmo gern auch als Freilufttheater bzw. Konzertsaal genutzt, weil selbst ihre Ruinen über eine unschlagbare Akustik verfügen.

Kirche in Lissabon

Kirche in Lissabon ©iStockphoto/Nisangha

Eine besonders prächtige Kirche war auch die Igreja do Convento de Säo Domingos, die ebenfalls stark durch das Erdbeben zerstört wurde und viel von ihrem ursprünglichen Charme und Glanz einbüßen musste. Ähnlich erging es beispielsweise auch der Igreja da Graça oder der Igreja de Loreto. Alle diese Kirchen wurden jedoch wenn möglich restauriert und zum Teil in ihren Originalzustand zurückversetzt.


Ein Highlight setzt die Igreja de São Roque am Largo Trindade Coelho: diese relativ schlichte Kirche beeindruckt durch eine äußerst aufwändige und prunkvolle Innengestaltung. Azulejos bedecken die Wände, jede Seitenkapelle ist anders und besonders. Die wohl schönste unter ihnen ist die mit vergoldetem Schnitzwerk verzierte Capela de São João Batista.

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