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Essen in Portugal

Haben Sie schon mal Bacalhau probiert? Als Portugal-Kenner müssten Sie jetzt antworten: natürlich, schon in mindestens 10 Varianten! Bacalhau, das ist das Nationalgericht Portugals. Dabei handelt es sich schlicht und einfach um Stockfisch, also getrockneten Fisch – was zugegebenermaßen etwas seltsam in einem Land anmutet, das so reiche Fischgründe besitzt. Die Erklärung dafür ist leicht gefunden: Stockfisch war als Proviant auf Schiffen sehr beliebt, weil er konserviert und dementsprechend lange aufbewahrt werden konnte. Da die Seefahrt eine große Rolle in der Geschichte Portugals spielte ist es also nicht weiter verwunderlich, dass Bacalhau mit der Zeit zum Nationalgericht wurde. Aber keine Sorge, selbst wenn es jeden Tag Stockfisch gäbe, er würde nie gleich schmecken. In Portugal gibt es für jeden Tag des Jahres mindestens ein Stockfischrezept.

Neben Kabeljau, der zu Trockenfisch verarbeitet wird, sind auch Sardinen ein immer willkommener Leckerbissen. Frisch gegrillt mit einem Stück Brot gibt es sie unter der Bezeichnung Sardinhas Assadas in jedem noch so kleinen Lokal. Eine besondere Delikatesse ist übrigens Espada, der Schwarze Degenfisch, den es ausschließlich auf Madeira gibt. Nur in Japan ist er ebenfalls bekannt – es darf allerdings bezweifelt werden, dass man ihn dort auch mit Bananen isst. Nicht verwechseln sollte man Espada mit Espetada, einem Fleischspieß. Auch Barsch, Dorsch, Brassen, Thunfisch oder Schwertfisch finden sich wie auch diverse Meeresfrüchte häufig auf dem Speiseplan der Portugiesen. Dabei spielt natürlich auch ihr Wohnort eine wichtige Rolle, die portugiesische Küche ist stark regional geprägt. Das bedeutet, die Küche der Região Centro unterscheidet sich beispielsweise stark von der Küche der Azoren. Vor allem lokal erhältliche Produkte werden verarbeitet, was dann zu so ausgefallenen Gerichten wie beispielsweise heiße Blutwurst mit Ananas, Fisch mit Banane oder Eintopf aus der Fumarole (cozida das Furnas) führt.

Portugiesisches Essen

Portugiesisches Essen ©iStockphoto/isabelpimentel

Den meisten Gerichten der portugiesischen Küche ist gemein, dass sie relativ einfach und bodenständig sind. Sie basieren auf guter, alter Hausmannskost, die in erster Linie satt machen soll. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Suppen, die auf jeden Fall immer zu einer Mahlzeit gehören. Die wohl bekannteste ist Caldo Verde, eine dicke Suppe aus einem besonderen Grünkohl und Kartoffeln, die mit einigen Scheiben Wurst serviert wird. Zu den lokalen Gerichten, die aber im ganzen Land bekannt und beliebt sind, zählen u.a. Rissóis de Camarão (frittierte Pasteten mit Krabben- oder Muschelfüllung), die Rinderleber Iscas de Figado oder Feijoada, ein Eintopf mit roten Bohnen. Typische Gerichte beinhalten auch das gute Rindfleisch der Azoren, Schweinerücken, Innereien, Kartoffeln und Yam. Wer sich wundert, warum sein Gericht im Restaurant irgendwie fade schmeckt: in Portugal ist es üblich, dass man am Tisch würzt – Essig, Öl, Salz und Pfeffer stehen immer bereit. Prinzipiell verwendet man Gewürze jedoch sparsam. Eine wichtigere Rolle spielen Kräuter wie Petersilie, Koriander oder Muskat. Auch Piripiri, die kleine rote Chilischote, wird gern zum Verfeinern von Gerichten verwendet.

Der maurische Einfluss zeigt sich dezent im Einsatz von Kräutern und Gewürzen wie etwa Pfeffer oder Koriander, vor allem aber bei den Süßspeisen, die gar nicht süß und klebrig genug sein können. Wichtig ist die Verwendung von sehr viel Zucker und auch eine Prise Zimt darf oft nicht fehlen. Die bekanntesten Süßspeisen sind wohl der Arroz doce (Milchreis) und der Pudim flam (Karamellpudding). Sehr beliebt ist auch der Himmelsspeck, Toucinho do cèu. Am begehrtesten sind allerdings in der Regel die ungewohnt süßen, kleinen Gebäckstücke, Pasteis genannt. Die Pasteis de Nata, besteht eigentlich aus sehr süßem Pudding, der in Blätterteig gebacken wird. Sehr gern bereitet man auch Füllungen aus Marmelade, Sahne oder Marzipan und überzieht das Gebäckstück hinterher mit Zucker. Am besten holt man sich Süßgebäcke allerdings in einer Pastelaria, einer Konditorei, wo man sie meist gleich an Ort und Stelle mit einem Kaffee vernaschen kann.