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Lissabon

Das große Beben – fast das Ende Lissabons

Ausgerechnet an einem Feiertag, Allerheiligen, an dem die Katholische Kirche ihrer Heiligen gedenkt, bebte die Erde Lissabons im Jahre 1755. Später wurde gesagt, man hätte das Beben sogar in Finnland gespürt, über 4.000 Kilometer entfernt von der Hauptstadt des Bebens, die zugleich Hauptstadt Portugals war. Dem Erdbeben der Stärke neun auf der Richterskala folgten Tsunami-Wellen riesigen Ausmaßes und eine Feuerbrunst. Die vom Erdbeben schon sehr zerstörte Stadt lag in Schutt und Asche und wäre dem Vergessen preisgegeben gewesen, hätte es nicht die Zähigkeit der Bewohner Lissabons gegeben. Ein Drittel der Einwohner starb durch das Erdbeben und dessen Nachwehen. Nur 15 Prozent der Gebäude in der Stadt überstanden das Beben, die Tsunami-Wellen und die Feuersbrunst. Aber Lissabon und die Menschen dort gaben sich nicht auf. Aus Schutt und Asche wurde eine fast neue Stadt geboren, und dennoch sind gerade die noch erhaltenen Gebäude aus jenen Tagen ein wichtiger Bestandteil Lissabons. Noch heute liegen im portugiesischen Nationalarchiv die gesammelten Daten dieses Bebens und seiner Folgen. Diese historisch vielleicht einmalige Datensammlung aus dem 18. Jahrhundert hat Portugal Sebastião de Mello zu verdanken, dem damaligen Premierminister und späteren Marquês de Pombal.

Sehenswürdigkeiten in Lissabon

Auf sieben Hügeln gelegen, wie nur Rom es sonst ist, lebt der Atem und das Volk dieser Stadt. Die Hauptstadt Portugals hat so viele schöne und sehenswerte Orte zu bieten, dass man zuerst kaum weiß, wo man überall hingehen möchte in den Tagen, die der Urlaub an Zeit mitbringt.

Baixa

, das Geschäfts- und Bankenviertel Lissabons. Es liegt zwischen dem Rossio und der Pra a do Comércio, dem Platz des Handels. Das Baixa entstand erst 1755, das Jahr, in dem Lissabon teilweise starke Zerstörungen durch ein Erdbeben erlitt. Auch vor Lissabons Labyrinth der kleinen Gassen und Straßen hatte dieses nicht Halt gemacht, so dass es vieles neu zu bauen galt. Das Baixa ist nicht vergleichbar mit anderen Gegenden Lissabons, Portugals, Europas. Hier wurde quasi auf dem Reißbrett des Architekten ein ganzer Stadtteil entworfen. Und wurde damit zu einer Art Kulturdenkmal der Architektur des 18. Jahrhunderts. Es entstand, in der Zeit der Aufklärung, auf Anregung des Premierministers von Portugal, Marqués de Pombal, ein Stadtteil, der auch heute noch mehr als sehenswert ist. Ein Schachbrettmuster mit neun Längs- und neun Querstraßen bildete die Grundlage des Entwurfs der Architekten Manuel da Maia, Eugénio dos Santos und Carlos Nardel. Übrigens: Mit ganzem Name heißt das Baixa auch heute noch Baixa Pombalina, in Anlehnung an Marqués de Pombal. Auch wenn sich heute viel verändert hat in der Baixa, so ist es dennoch einen Besuch wert, wenn man in Lissabon ist. Auch heute noch kann man etwas von dem Zeitgeist erhaschen, der in jenen Tagen des Baus des Baixa herrschte, die Aufklärung zog durch ganz Europa und hinterließ auch in der Architektur ihre unübersehbaren Spuren.

Pra a do Comércio,

der schönste Platz Lissabons, wenn nicht gar der schönste Platz ganz Europas. Pra a do Comércio bedeutet „Platz des Handels“, auch wenn der Volksmund ihn heute immer noch als Terreiro do Pa o, den Palastplatz, bezeichnet, da an der Stelle des Pra a do Comércio vor dem großen Erdbeben 1755 der königliche Palast stand. Leider wurde dieser dem Erdboden gleichgemacht, doch die heimische Bevölkerung hat die Schönheit dieses Ortes und die Bedeutung der königlichen Bibliothek nie vergessen. Deshalb: Nicht wundern, wenn Sie nach dem Pra a do Comércio fragen, und man sie zum Terreiro do Paco schickt, Sie werden nicht verkehrt geführt, sondern bekommen dadurch einen Einblick in das Herz der Einwohner Lissabons. Dort liegt auch der 1873 zuende gebaute Triumphbogen, der Arco Monumental, der direkt in das Baixa führt. Einige der wichtigsten Menschen der portugiesischen Geschichte haben ihren Platz dort gefunden, auf dem Arco Monumental: der Marqués de Pombal und Viriato, Nuno Álvarez Pereira und nicht zuletzt Vasco da Gama.

Auch das

Cámara Municipal,

– das Rathaus -, ist eine Stippvisite wert. Nicht ohne Grund wird es von den Einheimischen Pa os do Concelho, der Stadtpalast, genannt. Das Treppenhaus, nicht wie in anderen Rathäusern mit Holz versehen, ist aus Marmor, dem feinsten, den er zur Zeit der Errichtung zwischen 1866 und 1875 gab. Der Architekt, Domingos Parente da Silva entwarf es im neoklassizistischen Stil, außerdem ist es mit einer Schar von prachtvollen Kronleuchtern versehen. Die kostbaren Wand- und Deckengemälde auf einer Fläche von über zweitausend Quadratmetern, eine Größe, die man sich erst einmal im Munde zergehen lassen muss, wurden 1996 bei einem Dachstuhlbrand zerstört, dennoch wurden inzwischen alle Schäden behoben. 1910 wurde das Cámara Municipal zu dem historischen Ort, an dem am 5. Oktober die portugiesische Republik ausgerufen wurde. Vor dem Rathaus steht übrigens der Pelourinho, der Pfahl, der bis heute das Stadtrecht Lissabons symbolisiert.

Lissabon

Lissabon ©iStockphoto/Rrrainbow

Die Römischen Galerien

liegen unterhalb der Straßen von Baixa. Hier befindet sich eine Vielzahl von Gängen und Galerien, die aus der Römerzeit stammen. Im Núcleo Arqueológico da Rua des Correeiros, sind die besten der Stücke ausgestellt, die bei Ausgrabungen gefunden wurde. Etwa um die Mitte des Aprils und am Anfang des Oktobers gibt es für Liebhaber römischer Kultur und Geschichte weitere römische Galerien zu besichtigen, unter der Rua das Concei áo und unter der Rua da Prata.

Igreja do Convento de Säo Domingos,

die Pracht der Kirchen Lissabons findet sich in dieser einen Kirche ganz besonders wieder. Sie hatte eine, über mehrere Jahrhunderte andauernde, lange Bauzeit, und ist auch heute noch ein Anziehungspunkt für viele Besucher Lissabons. Leider zerstörte das große Erdbeben von 1755 und ein Brand im Jahre 1959 große Teile dieser wunderschönen Kirche, die dadurch viel von ihrer ursprünglichen Pracht verloren hat. Dennoch ist sie auch im 21. Jahrhundert immer noch ein vielbeliebter Ort für Besuche von Einheimischen und Touristen.

Alfama,

der älteste Stadtteil Lissabons, ist zugleich die Geburtsstätte des weltberühmten Fado, des Gesangs, der das Schicksal besingt, wie schon sein Name selbst es sagt. Eine traurige Musik, die einen Besucher des Landes schon anrührt, ohne dass er überhaupt ein einziges Wort Portugiesisch versteht. Alfama, ist, neben seinem Alter, wohl auch deshalb immer wieder ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Herren Länder, weil er der schönste Stadtteil Lissabons ist. Eine Schönheit, eine Augenweide, ein Stadtteil, der Leben hat und Geschichten erzählen kann von vielen vielen Leben. Eigentlich kein Wunder, dass ausgerechnet hier der Fado seinen Ursprung hat. Zum Leben gehören immer zwei Seiten, das Glück und die Trauer, und alles ist Fado, das Schicksal.

Torre de Belm

Der Turm von Belm ist eines der berühmtestens Wahrzeichen der Stadt Lissabon. Gebaut wurde er einstmals, im frühen 16. Jahrhundert, zur Verteidigung des Tejo. Wenn die Seefahrer von Lissabon aus in Richtung Meer aufbrachen, war der weiße Steinturm, der Torre de Belm, das letzte, was sie von ihrer Heimat sahen. Gebaut ist der Turm von Belm im manuelinischen Stil. Sein Äußeres zeigt, wie vieles in Lissabon, den Bezug der Stadt zur Seefahrt. Im Turm selbst befindet sich ein Museum.

Mosteiro dos Jernimos

Das Hieronymitenkloster ist auch aus dem frühen 16. Jahrhundert und ist wie der Torre de Belm eines der wenigen Bauwerke aus jenen Tagen, welche das Erdbeben von 1755 überstanden haben. Auch das Mosteiro dos Jernimos wurde im manuelischen Baustil erbaut. Der Name stammt übrigens von Manuel I., einem der Könige Portugal. Ausgezeichnet wird der nach ihm benannten Baustil vor allem durch die Motive, die sich eindeutig auf die Seefahrt beziehen, man bezeichnet diese auch als nautische Motive. Manuel I. ist die Entdeckung des Seefahrtweges nach Indien und der Aufbau des ersten Kolonialreiches Portugals zu verdanken, welche unter seiner Herrschaft Wirklichkeit wurden. Er gilt auch heute noch als einer der bedeutendsten Herrscher Portugals. Im Hieronymitenkloster ist übrigens auch das Grab von Vasco da Gama zu finden, und von Lus de Cames, der auch heute noch für viele der wichtigste und bekannteste Schriftsteller Portugals ist.

Alfama

Über allem thront Säo Jorge, die Burg, zu deren Füßen Alfama entstand. Alfama, die Geburtsstätte des Fado, Alfama, der Stadtteil, den man wohl zu dem ältesten aller Stadtteile Lissabons zählen kann. Heute ist Alfama eine Mischung aus Geschichte, aus Fado, dem Schicksal und der Trauer, welche der Fado verkörpert, und das Leben der Einheimischen, die oft sozial oft sehr niedriger Stufe leben. Dennoch hat Alfama immer noch den Charme des Besonderen, des Ursprünglichen Lissabons, auch wenn beim großen Erdbeben 1755 viele Teile zerstört wurden.

Weltausstellung 1998

Portugal beheimatete im Jahre 1998 die Weltausstellung, jene Ausstellung, welche die ganze Welt, oder zumindest große Teile davon repräsentiert. Und die Menschen aus aller Herren Länder anzieht und ins eigene Land zieht. Lissabon als Ort der Weltausstellung war 24 Jahre nach den Ursprüngen der Demokratie in Portugal sehr gut gewählt. Vor allem, da diese Stadt für viele als die schönste Stadt Europas gilt, die magisch ist, zum Teil nostalgisch, aber doch wieder auch modern. Eine Mischung, die anzieht, und Besucher als aller Welt iimmer wieder verzaubert. Thema der Weltausstellung 1998 waren übrigens die Weltmeere, wie könnte es auch anders sein in einer Stadt, die von der Seefahrt so geprägt war und ist wie Lissabon. Dazu kam im Jahre 1998 der 500. Jahrestag der Indienfahrt des großen Vasco da Gama. Übrigens zeigte sich der starke Bezug Lissabons zum Meer auch immer wieder in der Architektur, eine Besonderheit in der europäischen Welt, die einen Besuch dieser Stadt unerläßlich macht, wenn man das Meer liebt und die Seefahrt sowie die Geschichten der Seefahrer einen immer verzaubert haben. Viele Teile der Weltausstellung 1998 sind inzwischen abgebaut, wie dies auch in den anderen Städten, welche die Weltausstellung ausgerichtet haben, immer wieder der Fall ist. Aber einiges blieb erhalten und zieht auch heute noch Besucher aus aller Welt an.

Vasco da Gama und die fehlende Angst vor dem Fremden

Der große Seefahrer machte durch seine Indienfahrt im Jahre 1498 und dem daraus entstehenden Gewürzhandel mit dem Orient Portugal zum reichsten Land Europas. Vieles davon ist verloren gegangen in den Zeiten, die nicht schön und nicht gut waren in dem Land, das immer noch die Liebe zum Meer behalten hat. Dennoch war gerade das, was damals entstand, wegweisend für die Offenheit der Portugiesien gegenüber allem nicht Vertrauten, allem Fremden. Gerade in Lissabon zeigt sich dies auch heute immer noch, die Toleranz gegenüber dem Fremden, Andersseienden, was vielen anderen europäischen Metropolen so oft noch fehlt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern erregen Menschen anderer Hautfarbe oder anderer Kultur kein Aufsehen. Sie sind hier, weil sie hier leben und es zu ihrer Heimat geworden ist im Laufe der Geschichte Portugals. Vasco da Gama wurde nach seiner Heimkehr übrigens zum zum Grafen von Vidigueira ernannt und bekam außerdem den Titel „Admiral der Indischen Meere“.

Die Kaffeehäuser

Was viele nicht wissen: In Lissabon gibt es die schönsten Caféhäuser überhaupt. Neben Wien, Paris, Budapest und Prag gibt es auch in der Hauptstadt Portugals diese ganz besondere Cafékultur, die so ganz anders ist als mancher Großstadtrummel. Hier sitzen schweigende, in sich verharrende Menschen neben geschwätzigen Besserwissern, Philosophen neben oder mit Dichtern, Menschen, die nur beobachten neben Menschen, die beobachtet werden. Ein Kaffeehaus ist immer wieder eine Stätte, in dem Kultur entsteht, und in der Politik gemacht wird. Ein Ort, der Ruhe bringt, aber auch Leben, etwas, das man nicht in Worte fassen, sondern nur erleben kann. Manche Menschen werden in einem Kaffeehaus auch von einer ganz besonderen Ehrfurcht „gepackt“, es ist eine andere Welt, die viel mit dem draußen zu tun hat, und dennoch etwas von einem Frieden bewahrt, den man sonst nicht mehr zu finden scheint außerhalb der Türen eines Kaffeehauses. Die Kaffeehäuser sind etwas Altmodisches, Nostalgisches, das etwas fast Vergessenes zu bewahren scheint, die Ruhe und die Kommunikation, das Weggehen von der Selbstbezogenheit in einer egoistischen Welt, ein Takt, der anders schlägt als der technische Fortschritt es seit Jahren und Jahrzehnten vorgibt. Wer Lissabon wirklich gesehen haben möchte, der muss in ein Kaffeehaus gehen und dort für eine Stunde oder zwei verweilen und etwas von dem Atem einsaugen, den dieser ganz besondere Ort jedem Besucher bietet. Denn man ist niemals nur Statist, wenn man in einem der Kaffeehäuser Lissabons sitzt. Man gehört dazu, selbst wenn man nur schweigt und den anderen Kaffeehausgästen beim Essen oder Trinken, Reden oder auch Schweigen zusieht.

Ein kleiner Tipp zum Thema Sprache

Wer in Portugal Urlaub machen möchte, der Sprache aber nicht mächtig ist, dem sind gerade für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten einige protugiesischen Begriffe ans Herz gelegt. Forte heißt Brunnen und Largo oder auch Pra a bedeuten Platz. Eine Kirche wird als Igreja bezeichnet, ein Aussichtspunkt als Miradouro. Wer in ein Museum möchte, geht in ein Museu, der Palast heißt Palácio. Eine Burg ist ein Castelo, ein Kloster wird als Convento bezeichnet oder als Mosteiro. Ein Torre ist ein Turm, eine Rua eine Straße und eine Travessa eine Querstraße oder eine Gasse. Wer in einen Garten gehen möchte, geht in einen Jardim, eine Allee ist eine Avenida (abgekürzt Av.) und der Strand heißt Praia. Dies war nur ein sehr kleiner Exkurs der portugiesischen Sprache, sollte jedoch gerade für Besucher, die sich zum ersten Mal in Portugal aufhalten, sehr hilfreich sein.

Der Fado

Der Fado, das Schicksal, wie es im Portugiesischen heißt, die Musik, welche weit über Portugal hinaus bekannt ist. Der Name Fado bedeutet im Lateinischen, vom Wort Fatum kommend, auch Schicksal, und: Göttlicher Wille. Neben dem Tango aus Argentinien wohl einer der bekanntesten Musikstile überhaupt, wenn es um einen landesbezogenen Stil geht Der Fado, eine traurig anmutende Musik, im Moll geschrieben, die Traurigkeit ist schon in den Noten enthalten. Ein Land, das Lebensfreude ausstrahlt und doch auch die Trauer in seiner Musik wiederfinden kann, das ist Portugal. Manche bezeichnen den Fado auch als den Blues Portugals, und die Liebe zur Musik ist es, welche die Portugiesen im Fado vereint. Eine Musik, von Melancholie getragen, so sind gerade die Sängerinnen und Sänger des Fado zu den großen Musikern Portugals geworden, und werden es auch heute immer noch. Eine der Größten unter ihnen ist Amália Rodrigues, der Star des Fado überhaupt im Portugal des 20. Jahrhunderts. Viele nennen sie auch heute noch die Königin des Fado.

Interessant ist, dass der Fado keine folkloristische Musikrichtung ist, was man eigentlich denken müsste. Auch der Volksmusik gehört er nicht an, sondern er ist, was er war, eine Stadtmusik, die in Coimbra gesungen wird und in den Vierteln Lissabons, Alfama, Bairro Alto und Mouraria, welche zu den alten, ursprünglichen Viertelns zu zählen sind. Und dennoch ist er der große Musikstil Portugals, der im 19. Jahrhundert seinen Anfang nahm und bis heute Legenden wie Amália Rodrigues hervorgebracht hat.

Moderne und Geschichte vereint in einer Stadt

Heute leben in Lissabon und Umgebung etwa drei Millionen Menschen, eine Metropole, die modern ist und doch anders wie die anderen europäischen Metropolen. Wie sollte es auch anders sein bei einer Stadt, die – der Legende nach – von Odysseus gegründet wurde. im Griechischen heißt Lissabon übrigens Olissippo und erinnert damit zumindest mit dem Anfangsbuchstaben an seinen vermeintlichen Gründervater. Es ist interessant, zu sehen, wie viel verschiedene Mysterien sich um Lissabon ranken, und wer hier vor Ort auf Spurensuche geht, wird vielleicht das eine oder andere für sich entdecken. Sicher ist, dass Lissabon eine Hafenstadt ist, gebaut auf sieben Hügeln, und in der Hauptsache auf das Meer ausgerichtet ist. Manche nennen Lissabon übrigens auch die weiße Stadt, warum, das erkennt man auf den ersten Blick, wenn man diese wunderschöne Stadt besucht. Heute ist Lissabon eine weltoffene Stadt, mit vielen alten Bauwerken und sehr viel Geschichte und zugleich moderne Großstadt des 21. Jahrhunderts. Interessant ist, dass gerade das Expo-Gelände, das Gelände der Weltausstellung 1998 nicht brach liegt wie dies zum Beispiel in Sevilla der Fall ist. Hier pulsiert auch Jahre nach der Expo noch das Leben, heute steht dort die größte Sporthalle Portugals. Und ein Ozeanarium, das seine Besucher mit einem Einblick in die Meereswelt lockt, und zugleich das größte Ozeanarium Europas ist. Es wurde 1998 im Rahmen der Weltausstellung eröffnet und zieht auch heute noch die Menschen in den Bann. Das Ozeanarium ist übrigens ganzjährig geöffnet, nur die Öffnungszeiten sind in den Sommermonaten ein wenig anders als in der Winterzeit. Es ist nur einen Tag im Jahr geschlossen, am 25. Dezember. Die Preise sind übrigens sehr zivil im Vergleich zu anderen Städten und kleineren Attraktionen dieser Art und Weise. Auch dies zeigt, dass Lissabon daran gelegen ist, seinen Besuchern zu gefallen, und ihnen nicht das Geld aus der Tasche klauben möchte. Der weltoffene Charme der Hauptstadt Portugals zeigt sich auch in den kulturellen Einflüssen, die das Volk der Portugiesen in sich vereint. Hier kommt das Keltische zum Römischen, das Römische zum Maurischen und dann noch eine Vielzahl mehr an Völkern, die einst aus Südamerika, Asien und Afrika in diese alte und traditionsreiche Nation der Seefahrer Einzug fanden. Die Portugiesen zogen in die Länder, die sie als Seefahrer eroberten, öffneten aber auch die Tore ihres eigenen Landes für die Menschen aus aller Herren Länder. Dies unterscheidet dieses Land auch heute noch sehr von den anderen europäischen Ländern. Nicht immer ist die Integration erfolgreich gewesen, aber in der Hauptsache sind die Barrieren zu fremden Völkern wesentlich niedriger als in den meisten Teilen der alten und der neuen Welt.

Die Linie 28 und der „Markt der Diebin“

Und noch etwas ist sehr besonders in Lissabon: Die „Eléctrico“, welche die Besucher Lissabons mitnimmt auf ihren traditionellen Pfaden quer durch die alten Viertel der portugiesischen Hauptstadt. Sie fährt auf der Linie 28, einer alten Tram-Linie und sie bringt den Straßenbahnfahrer von Martím Moniz nach Prazeres. Wer eine Stadtrundfahrt der besonderen Art machen möchte, dem sei die Linie 28 sehr ans Herz gelegt. Man kann mit ihr vom Platz des Handels, der Pra a do Comércio bis zum Largo da Gra a fahren, und bekommt nahezu alles Wichtige und Bedeutende in den alten Stadtteilen Lissabons zu sehen. Bei keiner Stadtrundfahrt ist man näher am Volk und näher am Leben Lissabons dran wie mit der Linie 28. Die Eléctrico bringt einen übrigens auch zum schönsten Flohmarkt der Hauptstadt Portugals. Der Feira da Ladra findet immer Dienstags und Samstags auf dem Campo de Santa Clara zwischen der Säo Vicente Kirche und dem Pantheon statt. Auf dem Feira da Ladra, auf den Tischen der Händler und Händlerinnen dort kann man so gut wie alles erwerben, das es zu kaufen gibt. Früher nannte man diesen Flohmarkt den „Markt der Diebin“, da der Feira da Ladra bekannt dafür war, dass auf ihm massenweise Hehlerware verkauft wurde. Die Zeiten haben sich geändert, bis heute blieb der Spitzname für den Flohmarkt, aber es geht anders zu wie früher und es braucht kein Besucher mehr Angst zu haben, hier Ware zu erwerben, die aus den Besitzern von Diebesgut stammt. Die Haltestelle der Linie 28, an der man aussteigen muss, um zum „Markt der Diebin“ zu gelangen, ist übrigens Voz Operário, und Dienstags wie Samstags von 9 bis 18 Uhr kann Mann und Frau genüßlich auf dem Feira da Ladra stöbern. Hier geht übrigens fast keiner weg, ohne zumindest ein kleines Stück der schönen Stücke zu erwerben, die es auf diesem Flohmarkt gibt.