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Fátima

Ganz im Geiste des Glaubens lebt man in Fátima, einer Gemeinde im Kreis Ourém. Das Städtchen mit seinen etwa 10.000 Einwohnern ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der römisch-katholischen Kirche. Es liegt verkehrsgünstig an der Hauptverbindungsstraße zwischen Lissabon und Coimbra und zieht jedes Jahr Millionen von in- und ausländischen Pilgern und Gläubigen an.

In Fátima soll drei Kindern im Jahr 1917 die Jungfrau Maria erschienen sein, die ihnen ihre Fragen beantwortete, das Sonnenwunder scheinen ließ und ihnen ihre drei Geheimnisse offenbarte. Die katholische Kirche stufte sowohl die Erscheinungen als auch die Offenbarungen als glaubwürdig ein und bereitete so den Weg für einen regelrechten Wallfahrtstourismus. Wie auch Lourdes zieht die Stadt heute auch Kranke und Gebrechliche an, die auf Wunderheilung hoffen.

Die alte Kathedrale Basilica Antiga reicht längst nicht mehr für die Besuchermassen aus, die täglich durch den kleinen Ort strömen. Im Oktober 2007 wurde daher die Dreifaltigkeitskirche, Igreja da Santissima Trindade, eingeweiht. Diese Kirche ist ein Superlativ: 8600 Sitzplätze bietet sie bei einem Durchmesser von 125 Metern. Sie ist die viertgrößte katholische Kirche der Welt und der größte Kirchenneubau des 21. Jahrhunderts. Zwischen ihr und der Basilica Antiga befindet sich zudem der größte Kirchenvorplatz der Welt. Das 64 m² große Haupttor ist Jesus Christus gewidmet, den 12 weiteren Türen den 12 Aposteln.

Fátima

Fátima ©iStockphoto/saiko3p

Der Name der Wallfahrtsstätte klingt nicht sehr portugiesisch, zugegeben. Er gehörte der muslimischen Hofdame und Tochter eines maurischen Fürsten, der Burgherr von Alcàcer war. Der Legende nach heiratete sie den portugiesischen Ritter Don Gonçalo und ließ sich aus Liebe zu ihm taufen. Doch das Glück hielt nicht lange: Fátima, die fortan Aureana hieß, verstarb jung und wurde in Aureana, dem heutigen Ourém beigesetzt. Ein Jahr später wurden ihre sterblichen Überreste umgebettet und der Ort Fátima genannt.

Übrigens: sehr viele Päpste hatten zu Fátima ein ganz besonderes Verhältnis. Johannes Paul II. schrieb beispielsweise der Jungfrau von Fátima zu, dass er den Attentatsversuch auf seine Person überlebte. Bei einem besuch des Wallfahrtsortes 1982 schmückte er deshalb die Krone der Jungfrau mit der Pistolenkugel, die man ihm nach dem Attentat herausoperiert hatte.

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