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Die Inselgruppe der Azoren

Die Azoren, auch Ilhas dos Açores, also Habichtsinseln, genannt, sind den meisten von uns aus dem Wetterbericht bekannt, wenn vom Azoren-Hoch die Rede ist. Tatsächlich liegt hier im Atlantik die Wetterküche Europas. Mitten im Niemandsland zwischen Europa und Amerika befinden sich neun größere und einige kleinere Inseln, Portugals Außenposten in einer Wüste aus Wasser. Die autonome Region ist in drei Gruppen unterteilt, die Grupo Ocidental, die Grupo Central und die Grupo Oriental.

Die meisten der Azoreninseln sind vulkanischen Ursprungs und auch heute noch ist der Vulkanismus allgegenwärtig: Lavabecken, Heil- und Thermalquellen laden zum entspannenden Bad, Fumarolen zischen und brodeln um die Wette, die üppige Vegetation grünt und blüht mit voller Kraft dank des sehr fruchtbaren vulkanischen Bodens. Überhaupt, die Natur: kaum ein anderer Landstrich wird so durch milde Temperaturen, fruchtbare Böden und reichlich Niederschläge verwöhnt wie die Azoren. Das Ergebnis sieht man schon aus dem Flugzeug: grünende Pflanzen bedecken die Inseln das ganze Jahr über fast vollständig, unzählige Blüten wie die üppigen Hortensien hüllen sie spätestens im Sommer in ein Kleid aus Duft und Farbe.

Touristisch sind die Azoren wenig erschlossen, was möglicherweise am dortigen Wetter liegt: Menschen fühlen sich in diesem natürlichen Gewächshaus bei konstant frühlingshaften Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und vielen Niederschlägen in der Regel nicht ganz so wohl wie Pflanzen. Trotzdem interessieren sich gerade in den letzten Jahren zunehmend mehr Weltenbummler für die Inseln mit den „4 Jahreszeiten am Tag“. In der Folge entwickelt sich seit einiger Zeit langsam ein Tourismus, der jedoch sehr viel sanfter ist als der an der Algarve. Vor allem Individualreisende finden hier noch so manchen Flecken, der wunderbarerweise trotz seiner Schönheit und Üppigkeit nicht von Touristen überrannt ist. Dieser bezaubernde Garten Eden mitten im Ozean hat schon so manchen Besucher in ungläubiges Staunen versetzt, sei es durch seine Vielfalt an Farben, Formen, Pflanzen oder Tieren. Erwähnenswert ist vielleicht auch: es gibt keine gefährlichen oder giftigen Tiere auf den Inseln – dafür aber unzählige Vogel- und Fischarten und sogar einige Delfin- und Walarten.

Azoren

Azoren ©iStockphoto/peresanz

Übrigens: nicht nur Pflanzen jeder Art gedeihen wunderbar auf den Azoren. Die Inseln sind auch für ihre Milchprodukte und ihr gutes Rindfleisch bekannt. Und wussten Sie schon, dass Portugal das einzige europäische Land ist, in dem Tee angebaut wird? Nun raten Sie mal, wo der am besten wächst.